Der gestrige Tag ist nicht weiter erwähnenswert. Nachdem es halb eins, halb zwei, halb drei wurde und ich immer noch nicht schlafen konnte, blieben mir ganze zwei Stunden bis mein Wecker das erste mal klingelte. Halb fünf.. wunderbar. Ich stand gegen 5 Uhr auf, machte mich fertig. Gegen viertel vor sechs saßen wir in Richtung Clayfield College im Auto. An der Schule angekommen, einernhalb Stunden benötigt man immerhin.. in den doch schon.. sehr komfortablen Schulbus gestiegen, ab ins Nirgendwo! Die deutschen Schülerinen zwar noch bester Laune, doch ungewiss, was sie vom Tag erwarten sollten. aWir tuckelten an die zweieinhalb Stunden durch die Gegend, bis wir schließlich Johndaryan Woolshead, eine kleine Farm, erreichten. Zunächst stand erst mal eine Besichtigungstour auf dem Programm. Diese jedoch war für uns wohl eher eine Plauderstunde, konnte doch niemand, absolut niemand, nicht einmal die Lehrer oder die Australier, den kleinen, bärtigen Mann, wie aus dem Bilderbuch passend auf diese Farm zugeschnitten, mit seinem Kauderwelschakzent verstehen. Wir sahen, wie die Leute früher auf der Farm mit wirklich wenig gelebt haben und richteten unsere Augen auf ein Schaf, dass geschoren wurde. Um halb zwölf wurde die lunch time eingeleutet. Nachdem wir aber unsere Portion WürstCHEN mit Toast verdrückt hatten, wollten unsere Mägen immer noch keine Ruhe geben. Naja! Danach hieß es immerhin Damper machen. Das ist hierzulande quasi das "Bauernbrot", weil man lediglich Mehl, Wasser und ein wenig Salz benötigt um es zuzubereiten. Gute zwei Stunden später konnten wir dies abholen und vertrieben uns die Zeit mit dem Austausch unserer bisherigen Erfahrungen. Das Tiere füttern ließen wir ausfallen. Übel, war das Brot nicht, doch könnte es ein wenig mehr Inhalt vertragen. Alle verdrückten ihr selbst gemachtes Damper und wir machten uns auf den Weg nach hause. Nachdem wir mit dem gemütlichen Schulbus wieder zur Schule getuckert waren, verpassten wir natürlich erst mal unsere Bahn nach Buderim und warteten eine halbe Ewigkeit auf den nächsten Zug. Dann hieß es zwischendurch noch einmal umsteigen und wieder eine halbe Stunde warten. Unser Abendessen bestand bis zu diesem Zeitpunkt aus Gummizeugs, Crackern und Schokolade. Wir saßen also insgesamt an diesem Tag über sechs Stunden in Auto, Bus und Bahn, um ein Mehlbrot zu backen. Aber halb so schlimm, es war ganz interessant mal zu sehen, wie die Leute früher und auch noch heute so abgelegen von Industrie und Zivilisation nur im eins mit den Tieren leben und es tat gut mal die anderen Deutschen wieder gesehen zu haben. Der heutige Tag toppt also trotzdem unbedingt gestern. Es ist schon wieder Mittagszeit, als wir im Café sitzen und unser frisch getoastetes Schinken/Käsesandwich verdrücken. Nach dieser Stärkung geht es erneut nach Mooloolaba. Das Wetter ist heute definitiv auf unserer Seite und schenkt uns einen wolkenfreien Himmel. Zwar mit Wind, aber immerhin 19 Grad und einer wärmenden Sonne. Ich beschließe, dass ich keine Lust habe nur faul im Sand rumzuliegen und den Strand auf eingene Faust zu erkunden. Ich wähle also nicht die Badestrandseite, sondern die andere, Felsenbestückte für meinen Spaziergang aus. Über Stock und Stein immer der Sonne entgegen, schaue ich den Wellen zu, wie sie den Weg ans Ufer finden und an die Felsen klatschen. Immer weiter laufe ich und nehme das erste mal seit ich hier bin den Geruch der Freiheit wahr. Schließlich erreiche ich eine mehr oder weniger kleine Bucht. Das Getummel der Surfer ist kaum zu übersehen. Ich setze mich hin und schau ihnen zu, wie sie die Wellen brechen. Ein ungeheueres Gefühl muss das sein, ein Stück der Natur zu nutzen und dieses zu bezwängen. Nach einer Weile mache ich mich wieder auf den Weg zurück. The Kooks pusht an diesem Nachmittag meine Laune und die Einsamkeit im Einklang mit Sand unter den Füßen gibt mir ein wohlwollendes Gefühl. Als ich den von uns besetzten Platz am Strand wieder erreiche, sind die anderen beiden bereits dabei aufzubrechen. Sie zeigen mir noch eine Nachricht, die sie mir hinterlassen wollten, damit ich sie finde und ein Grinsen streift mein Gesicht, als ich das mit Eyeliner und Nagellack bekritzelte Holzstück vorfinde, was mir den Weg weisen sollte. Ein neuer Nachmittag gefüllt mit schönen Impressionen des Landes neigt sich nach einem Starbucksbesuch dem Ende. Wie Andreas Tenzer schon sagte: " Der kreativste Künstler ist die Natur. " Ein gutes Schlusswort für einen relaxten Tag.