

21.Juni
Hallo ich bin Klaus, ich seh verdammt gut aus! Klaus war heute unser Busfahrer bei der Stadtrundfahrt.
Vielleicht muss man Klaus heißen, um eine gewisse Atraktivität aufzuweisen.
Möglicherweise auch Katrin. Das allerdings aber auch nur, wenn man darauf aus ist Dinge kaputt zu machen.
Dinge heißt in diesem Fall einfach alles.
Technische Geräte mögen Katrin schon mal gar nicht. Da wäre zum einen erst mal der Bildschirm im Flugzeug.
Stellt euch das mal vor. Da gibt es Hunderte Bildschirme in diesem Flieger und nur Katrins funktioniert nicht.
Da entscheidet sich die Ärmste einfach die komplette Zeit zu schlafen, weil das Anstarren eines schwarzen Feldes auf Dauer ziemlich langweilig werden kann.
Langweilig ist es hier aber auf keinen Fall, denn Katinka hält uns ja immer wieder mit neuen Aktionen auf Trab.
Seien es entmagnetisierte Hotelzimmerkarten, der einzige Fernseher in unserem Zimmer oder das Piepsen der Ampel, was einfach auf die an der nächsten Ecke umspingt und Katrin zum Sprint verleitet, der aber nach zwei Schritten schon wieder aufhört.
Ich allerdings schaffe es überhaupt nicht über die Ampel, da ich wegen Mangel an Orientierungssinnes nicht mal mehr alleine den Weg zurück zum Hotel finde, auch wenn dieses nur zwei Straßen weiter entfernt ist. Naja, man sollte das nicht zu eng sehen. Sydney ist immerhin ja aber auch eine Großstadt.
Das hat Amy mittlerweile auch gemerkt, bei den ganzen Autos von denen sie schon beinahe überfahren wurde. Oreintierungssinn ist eben relativ.
In unserem Zimmer haben wir uns zumindest schon Überblick verschafft.
Wir verstehen zwar nicht, wieso es im Schrank leuchtet und warum auf unserem Spiegel komische, bunte, wilde Knettiere, die einem Miniaturpenis ähneln, auf unserem Spiegel hausen, aber unter Katinkas Bett ist es soweit ganz gemütlich, solange sie einen nicht mit ihrem absolut gasigen Deo vergiftet.
Wobei es doch ganz nett ist einen verklebten Hals zu haben. Man schläft dann irgendwie besser.
So gut, dass die rebellische Katrin nachts als einzige nachts um drei aufstehen muss, um laute ipods auszuschalten und ihre Langeweile dadurch zu umgehen.
Mysteriös sind aber auch die angeblich vorhandenen nächtlichen Gespräche, als auch ausgezogene Pullis, die am Morgen, ohne Erinnerung an das Ausziehen zu finden sind. Vielleicht wollen wir auch unbewusst im Schlaf den australischen Style kopieren.
Weibliche "Aussies" kennen nämlich keine Hosen. Nein, die tragen nur Leggins oder "Kleider", die dort enden, wo eine Hose normalerweise erst anfängt.
Benötigt jemand eine Haushaltshilfe, könnte dieser ganz einfach per Koffer eine Asiatin anfordern.
Das würde zum einen bei der Masse hier überhaupt nicht auffallen und zum zweiten würde das Gewicht von 23kg auf keinen Fall überschritten, sondern womöglich noch unterschritten werden.
Aber naja, es kommt ja auf die inneren Werte an. Vor allem, weil jeder so aussieht, als bevorzuge er das Gleiche Hobby. Was da wäre: an den Fastfood Ketten vorbei zu gehen und Leuten, wie Amy zuzugucken, wie sie ihre frisch gekauften Pommes erstmal auf dem Schweinegrippe infiziertem Burger King-Tisch verteilen und zum anderen die Kalorien zu zählen.
Dabei fällt wohl eine Kalorie pro Asiatin an Tagesbedarf an, was ihre nicht vorhandenen Rundungen mehr als betont.
Wir Deutschen sehen uns gezwungen den vorhandenen Fast Food-Ketten unter die Arme zu greifen, damit sie nicht pleite gehen und nehmen derweil den amerikanischen Tagesbedarf an Kalorien zu uns. Multikulturell!
Dies kommt allerdings auch nur in einem gewissen Stundenabstand vor, weil Sydney sich scheinbar weigert, Katrin Geld auszuzahlen. Vielleicht liegt ihr aber auch einfach nicht der Umgang mit Geld, und EC-Karten, oder.. generell elektronischen Geräten.
Hoffentlich lässt sie wenigstens unsere Klimaanlage heil, schließlich haben wir verschlossene Fenster.
Kein Wunder, dass das Hotelpersonal Angst hat, dass wir springen. Schließlich sind sowohl Katrins mysteriöser Zerstörungsdrang, als auch die Knettiere ziemlich Angst einflößend.
Momentan sorgen wir uns um unsere morgendliche Dusche, da Katrin gerade gemütlich badet und das ganze Hotel bestimmt kein warmes Wasser mehr hat, weil die Temperaturregelung demuliert werden wird. What a shame!
Wenn nicht, sind eben die Blue Mountains an der Reihe. Schließlich soll Australien im wahrsten Sinne des Wortes unsicher gemacht werden.
Die Rezeptionsmenschen kennen zumindest schon mal unsere Namen. Sei es wegen Wegbeschreibungen oder schon abgegebenen Postkarten auf denen leider die Adressen fehlten.
Wie man merkt schlägt das Jetlag schon ganz schön auf's Gemüt.
Bei unserem Besuch im Aquarium zumindest waren gewisse Personen von den Fischen so begeistert, dass sie für eine Tour von 50 m gefühlte drei Stunden einkalkulierten und tatschlich damit beschäftigt waren jeden Fisch von der Schokoladenseite abzulichten.
Dabei machen die doch immer das Gleiche: "Einfach schwimmen, einfach schwimmen.."
Nach diesem äußerst vielseitigen Besuch im Sydney Aquarium fiel uns doch ein positiver Lichtblick in's Auge. Denn zumindest einen schönen Pulli hatte der Souvenirshop vorzuweisen.
Danach ging es dann zum Glück weiter zum Shoppen.
Wobei wir uns doch schon wunderten, wieso die Läden einen anderen Inhalt wiedergaben, als uns ihre Schaufenster demonstrierten.
Erstaunlicherweise hatten wir am Ende des Abends jedoch immerhin eine Ausbeutung von sechs Tüten vorzuweisen.
Faszinierend, wenn man bedenkt, dass wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren Katinka zu suchen..
Und so endet wieder ein erfolgreicher Tag in der asiatischen Metropole Sydney.
Strände, Bäume und Häuser legen sich schlafen und das Zimmer 1924 erweckt zum Leben.
Amy widmet sich derweil ihren abendlichen Gymnastikübungen, wobei man Angst haben sollte, dass sie sich womöglich weh tun könnte, ich fürchte um mein Leben, wegen der Giftstoffe, die immer noch in meinen Atemwegen zu finden sind und weil meine Zimmergenossinen ein wenig ansteinflößend sind.., und die allerliebste Katinka fordert im Kampf mit dem Föhn sein Können heraus.. Hoffentlich bleiben die Haare die ganzen fünf Wochen trocken...Good night Sydney!