Mittwoch, 1. Juli 2009

Schweinegrippe ahoi!


Wir schreiben den ersten des Monats. Der Himmel so farbig, wie nie. Die Hälse so rot und schleimig, wie keinen Tag davor. Es ist zehn Uhr, als unsere Lehrer vor der Türe stehen und klopfen. Anders können sie sich nicht bemerkbar machen, denn eine Klingel gibt es im Hause King nicht. Erschrocken weichen sie einen Schritt zurück, als unser, bzw. mittlerweile mein äußerst nett klingender Husten das erste mal ertönt. Mrs King ist auch im Haus und nach einem etwas längeren Gespräch, wird entschieden, dass die Praxis erst mal nur von den Lehrern unsicher gemacht werden soll, damit uns eine lange Wartezeit erspart wird. Gegen elf stehen sie also erneut im Wohnzimmer, bestaunen derweil das Haben der Kings. Weiter geht es also zum Arzt. Um eine ätzende Wartezeit im Wartezimmer sorgen wir uns nicht mehr, denn wir müssen schön im Auto warten, bis wir reingebeten werden. Könnte der laute Husten doch die anderen Patienten erschrecken.. Unsere liebsten Lehrer gesellen sich dabei lieber aus dem Wagen raus, melden uns an und setzen sich doch recht amüsiert auf den des Autos gegenüber liegenden Bürgersteig, als sie uns mit einem breitem Grinsen im Gesicht die berüchtigten Mundschutzmasken reichen. Wir trauen unseren Augen kaum und kriegen uns vor lachen kaum ein. Derweil werden besonders viele Witze über die Schweinegrippe gerissen. Wären doch, würden wir sie haben, auch alle anderen dran, mit denen wir in den letzten Tagen Kontakt hatten. Auch die Lehrer.. Dies betonen wir auch immer wieder gerne und so trauen sie sich nur noch ein einziges Mal an den Wagen, um ein Foto zu schießen. Später würden wir da lustig finden. Mit Sicherheit.. Ist es ja auch kaum warm unter den doch schon schick aussehenden Masken. 27 Grad und Husten, pah! Es gibt nicht viel, was das toppen könnte, ist doch der wärmste Tag der Woche angebrochen. Nun denn. Ein Arzthelfer tritt also aus der Praxis aus, winkt uns von weitem und bittet uns drinnen gleich weiter zum Onkel Doc. Dieser bittet mich natürlich die Makse anzubehalten, weil Amelie ihr Gekeuche mittlerweile unter Kontrolle hat und so sitze ich dort auf diesem schönen Stuhl gegenüber vom Arzt und frag mich, womit ich das alles wieder verdient habe. AUsziehen darf ich den Mundschutz regelrecht nur ein paar Sekunden, damit mir in den Hals geschaut werden kann. Mhhh... Die Diagnose lautet aber nun zum Glück Bronchitis und keine Schweinegrippe. Ich muss also nicht um mein Leben fürchten, sondern mein Fieber und Gekrächze mit Saft und inhalieren stillen. Mitterweile schon unzählige Halstabletten gelutscht, Tee und spezielle Hausmittel der Australier zu mir genommen, was da zum beispiel wäre, Zitrone mit Honig, Brandy und Wasser vermischt, liege ich jetzt für zwei Tage flach. Den Camping Trip wird wohl keiner antreten können. Entertaining wird sicher trotzdem gegeben sein, sind die hier vorhandenen Filme doch kaum überschaubar. Ab und an zeigt auch die Sonne ihr Gesicht, also wird man die Tage der Krankheit schon irgendwie rumkriegen. Hofft man jedenfalls! Die deutschen Gedanken bleiben bei so wenig Tun und Schaffen natürlich nicht aus und so sende ich spezielle Grüße an alle Lieben daheim und hoffe, dass die Distanz euch genauso vermissen lässt, wie ich euch. Wenn die Bronchitis erst mal überwunden ist, geht es weiter bergauf und dann wird das australische Land weiter auf den Kopf gestellt und es gibt wieder mehr zu berichten. Alles Gute aus der Ferne, auf, dass die "Cyberviren" nicht bis zu euch vordringen! Optimisten stehen nicht im Regen, sie duschen unter einer Wolke.