Ein neuer Tag bricht an.Ich wache auf und sehe den strahlend blauen Himmel vor meinem Fenster.
Auf den ersten Blick ein wunderbarer Anblick, auf den zweiten eher depremierend.
War nicht nur Amy, sondern auch ich, die komplette Nacht von nervigem Husten geplagt.
Mittlerweile hat es zwölf geschlagen und das Gekrächze der Deutschen im Hause King ist
immernoch deutlich zu hören. Wir begeben uns nur zum Frühstück in die Küche und verbringen den kompletten Tag im Bett. Wie ätzend!
Nachdem wir eine Dusche hinter uns brachten und unsere Medizin brav einnehmen, ist der
Husten auf einmal irgendwie nebensächlich, denn es geht uns schon viel besser.
Um sieben Uhr klopft es dann an der Tür und eine lächelnde, weitere, eingeladene
Gastfamilie steht vor uns. Im Hause King die Tische zu einer gemütlichen Runde zusammen gestellt, das Essen auf dem
Herd, wurde ein gemühtliches Beisammensein eingeleutet. Barbecue Dinner mit Hähnchen, Steaks und Würstchen.
Ich bin natürlich wieder als letzte mit dem Essen fertig. Nette Gesprächsrunden starten, während ich im Kampf gegen das Geflügel zum Sieger werde. Mrs King traf am Tag eine Deutsche in ihrem Café. Andrea. Es stellte sich heraus, dass ihre Tochter Alina für fünf Monate zuvor in Burderim zur Schule gegangen war und so lud sie sie, freundlich wie sie ist, kurze Hand zum Abendessen ein.
Andrea alias Mildrid, so nannten wir sie.. warum auch immer.. ist allerdings zu dumm mit einem Navigationssystem die richtige Autobahnausfahrt zu nehmen und fährt ganze zweimal im Kreis den Highway ab. Blondinen...
Sie trudelt also gemütlich mit ihrer Tochter zum Nachtisch ein und fängt auch schon munter
an drauf los zu sprechen. Wenn man das sprechen nennen kann.
Naja, wer weiß, wie lange sie Englisch in der Schule hatte.
Zumindest beherrscht Mildrid so viel von der Sprache, dass sie behaupten kann, dass nur
10 Prozent der Europäer in einem Haus wohnen und der Rest in Wohnungen oder auf der Straße.
Da fragt man sich doch, wie viel Europa die liebe Berlinerin schon bereist hat..
Alina, die ja ganze fünf Monate Gelegenheit hatte ihre Sprache aufzubessern,
glänzt hervorragend mit einem deutschen Akzent, der mehr dem eines Fünftklässlers, als dem eines Australiers gleicht.
Genug Unterhaltung war also gegeben.
Annes Gastfamilie, ebenfalls sehr nett in der Erscheinung. Zwei Elternteile, zwei Schwestern.
Die eine siebzehn, die andere dreiundzwanzig.
Ein gelungener Abend endet nun. Es ist schon lange Dunkel und mir fallen auch langsam die
Augen zu. In dem Gedanken, dass dieser Tag trotz ewig hingezogenem Bettaufenthalt einen
schönen Ausklang fand, bin ich gespannt auf die nächste Woche und auf den Camping Trip like
"Aussie Style", der uns nächstes Wochenende erwartet.